Archiv der Kategorie: Stunt

Tatonka-Show

(Read in english here!)
Highdive-Stuntshow 2007 im Fort Fun – Abenteuerland
Produktion:  Falcon Corporation Limited EC, Scotland 
(aka Falcon Entertainment, Falcon Show)

firedive: 15 Meters jump, burning man

Der Feuersprung (Firedive) ist ein sehr gefährlicher Stunt, da Augen, Lunge und der Rest vom Körper unter großer gesundheitlicher Belastung stehen …

„Ich habe nette Menschen aus der Ukraine, Russland, Brasilien, England und Mexiko kennengelernt, denen durchaus bewusst ist, dass sie sich von der Tagesgage, die sie in einem deutschen Freizeitpark erhalten, dort lediglich ein paar Burger und Getränke leisten könnten…!“                              Fitz van Thom

Massdive: 5 Persons- one little pool

Die Stuntmen und Stuntwomen springen aus bis zu 25 Metern in ein nur vier Meter tiefes Wasserbecken- drei Mal täglich…!

Fitz van Thom der Hauptdarsteller der Tatonka-Show 2007

Tatonka- eine Stuntshow der Weltklasse und ich darf den Cowboy spielen!

tatonka-show - smoke on the water: a cloud of gas came out of the water and starts burning- extremly heat!

smoke on the water – Brennender Pool

Was es allerdings bedeutet, für eine Handvoll Euro dreimal täglich sein Leben für das Vergnügen der Park-Besucher zu riskieren, ahnen wahrscheinlich nur die Artisten selbst…

Gegen diesen Artikel ist Brian Alexander Reid (Falcon Corporation Ltd.) gerichtlich vorgegangen.
Er verlor in beiden (!) Instanzen…!

Mission Impossible IV – Phantom Protokoll

Original: „Mission Impossible – Ghost Protocol“, USA 2011, Paramount Pictures; Regie: Brad Bird; Mit: Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Paula Patton, Michael Nyqvist u.a. / PHANTOM RATING: 6/10

Ein typischer MI-Streifen.
Es gibt Super-Stunts, Super-Action und Super-Bösewichte, die natürlich Atomwaffencodes besitzen, mies gelaunt und russische Staatsbürger sind.
Und es gibt Ethan Hunt, der alles wieder ins Lot bringt…

Ethan Hunt (Tom Cruise) muss mal wieder kurz die Welt zu retten.
Und da hat er einiges zu tun.
Denn leider oder besser zum Glück für die Macher von „Mission Impossible- Phantom Protokoll“ gibt es sehr, sehr viele Bösewichte, die andauernd immer irgendwo aus großer Höhe herunterfallen oder sonstwie spektakulär sterben müssen. Die Zahl ist derart  unübersichtlich- noch einer und noch einer und das geht einem irgendwann gewaltig auf den Sack.
Genauso ist es eben auch mit der Action- keine schlechte Action- wirklich, alles extrem ästhetisch inszeniert, Slow-Motion-Massaker- so bombastisch wie ungerade Beethoven-Symphonien und wahre Hammer-Stunts. Aber irgendwann empfindet man das alles als zu anstrengend- es ist zu überladen, zuviel.
Während man noch dem coolen Sprung von Tom Cruise oder dem explodierenden Kreml nachsinnt, haut einem der Film schon die nächste Wumme um die Ohren und dann, genau dann merkt man, was einen wirklich stört:
Es ist zu glatt. Einfach zu durchgestylt, zu berechnet, zu greenscreenig- eben wie Beethoven-Symphonien auf einem Synthesizer. Es fällt schwer der Story zu folgen, weil irgendwann der Focus gesplittet, die Konzentration zersplittert und das Interesse an ihr splattappert.
Tom Cruise sieht gut aus, er ist durchtrainiert und man sieht ihm seine fast fünfzig Lenze auch im Gesicht nicht an. Der Rhytmus des Films gibt ihm vor, wie er sich zu bewegen hat: Lola Tom rennt. Eigentlich fast immer.
Er rennt vor Explosionen weg, er rennt Schurken hinterher, er rennt gegen einen Countdown- dann plötzlich schreitet er mal wieder, weil er sich ja Mission-Impossible-mäßig verkleidet hat, die Verkleidung fliegt auf und:
Tom rennt.
Soviel wie Tom Cruise rennt, wirkt der ganze Film wie eine einzige Anti-Raucher Kampagne oder eine schmerzliche Erinnerung daran, wie es um die eigene Fitness bestellt ist.
Bei seinem Auftrag wird Agent Hunt von einem schlagkräftigen IMF-Team unterstützt, bestehend aus dem quasseligen Technikfeak Benji Dunn (Simon Pegg) , der kampferprobten, rassigen Agentin Jane Carter (Paula Patton) und  dem geheimnisvollen Analysten Brandt (Jeremy Renner) haha Renner! Entschuldigung. Renner ist im wirklichen Leben fast zehn Jahre jünger als Cruise, im Film wirkt es aber, als wären beide mindestens gleich alt.

"Mission Impossible - Phantom Protokoll" / FOTO: Paramount Pictures

Einigen Cineasten werden im Actiontumult auch Elemente aus Tom’s früherem Film „Minority Report“ (USA 2002) auffallen, wie etwa der durchsichtige gestengesteuerte Computer-Monitor, Tom’s Kapuzenversteckspiel oder die Action mit Maschinen in einer Autofabrik.

Das der russische Agent Sidorov (lieb), der Ethan Hunt (lieb) erst den ganzen Film nach dem Kremlanschlag verfolgt, weil er Hunt (lieb) für böse hält und dann am Ende mit nur einem Blick merkt, das Hunt (lieb) lieb ist, und der böse Atomcodeklauer Kurt Hendricks (böse) böse ist und neben Hunt (lieb) halbtot auf dem Boden liegt, wirkt ein wenig übereilt, weil wohl die ganze Screenzeit für Knall-Puff draufgegangen ist.
Bösewicht Hendricks wird gespielt vom zwei Jahre älteren- im Film aber zwanzig Jahre älter wirkendem Michael Nyqvist. Besagter Agent Sidorov wird von Vladimir Mashkov verkörpert.
Die Bombe wird – zeitlich natürlich mal wieder arschknapp bemessen- entschärft und die Welt geht nicht unter. Danke! Mission erfüllt!             RD11

„Mission Impossible – Phantom Protokoll“; USA 2011, Paramount Pictures; Regie: Brad Bird; Mit: Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Paula Patton, Michael Nyqvist, Vladimir  Mashkov, Samuli Edelmann, Ivan Shvedoff, Anil Kapoor, Léa Seydoux, Josh Holloway, Pavel Kris, Miraj Grbic, Ilia Volok, Goran Navojec, Pavel Bezdek u.v.a.

In Time – Ein Film für die 99 Prozent

„In Time- Deine Zeit läuft ab“, USA 2011 mit Justin Timberlake, Amanda Seyfried, Cillian Murphy, u.a. / PHANTOM RATING: 9/10

Ein kapitalismuskritischer Film der Hollywood-Wilden? Ein Aufruf der Occupy-Bewegung? Auf jeden Fall ein beeindruckend treffendes Werk über die Herrschaft des Geldes: Just in Time (berlake) zur Weltwirtschaftskrise kommt ein Film in die Kinos, der die Dekadenz der herrschenden Kaste aufs Korn nimmt und eine gerechtere Verteilung der Ressourcen fordert. 

TRAILER: „In Time- Deine Zeit läuft ab“, USA 2011 mit Justin Timberlake, Amanda Seyfried, Cillian Murphy, u.a.

„Ich hab keine Zeit… Zeit ist jetzt unsere Währung. Wir arbeiten dafür und  bezahlen damit. Die Reichen können ewig leben- und der Rest von uns?              Ich will einfach nur mal mit mehr Zeit auf der Uhr aufwachen, als der Tag Stunden hat!“ So beginnt der Will Salas (Justin Timberlake)  seine Geschichte zu erzählen und berichtet von einer Zukunft, die keiner wollen kann…

Der Film vom Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol kritisiert jene grausame Seite des Kapitalismus, nach der die Währungsressourcen zwischen arm und reich ungleichmäßig verteilt sind. Nur das die Währung in naher Zukunft eben Zeit ist und die Unterprivilegierten ständig gegen eine Richtung Null laufende Uhr kämpfen und arbeiten müssen, während die Reichen gern mit Tausend oder mehr Jahren auf ihrer, in den Körper gepflanzten „Lebensuhr“ herumlaufen. Die Menschen sind gentechnisch so manipuliert, dass sie nicht mehr altern und so wird, automatisch- um eine Überbevölkerung zu vermeiden- mit dem Eintritt ins fünfundzwanzigste Lebensjahr die Uhr unter ihrer Haut aktiviert, die rückwärts läuft, um die Sekunde des Todes ihres Trägers anzuzeigen. Nach Aktivierung des Countdowns bleiben dem Inhaber der Uhr noch ein paar Monate, die er verschwenden oder mehren kann.

Die Stelle, an welcher die dreizehnstellige Zahlenabfolge zu scannen ist, erinnert an die Tätowierung der Häftlingszahl im Konzentrationslager- die digitale Zahl, die sich unaufhörlich Richtung Null bewegt, findet sich am Unterarm und ist Zeit- und Lebensmesser.

„In Time“, USA 2011 20th Century Fox  * FOTO: 20th Century Fox

Den Vermögenden, die in einer entschleunigten, entspannten „Zeitzone“ leben dürfen, ist durchaus klar, dass sie ihren Luxus den Arbeitsrobotern, jenen Menschen die sich schnell und effizient bewegen und für jede Minute Lebenszeit schwer arbeiten müssen, zu verdanken haben. Bezahlt wird per Scanner- ein Kaffee kostet eben vier Minuten, eine Taxifahrt in die nächste Zeitzone ein paar Monate und es wird im Handumdrehen abgebucht. Zig geflügelte Worte bekommen plötzlich einen greifbareren Sinn. Von: Mir wurde Zeit gestohlen! bis: Ich habe (beim Pokern) Zeit gewonnen.

Der Stil des Streifens wirkt sehr klassisch, beinahe Film noir-mäßig, was sich  unter anderem in den Klamotten, Häusern und Autos der Figuren widerspiegelt. Viele Lösungsansätze scheinen direkt von der Occupy-Bewegung übernommen worden zu sein- bedingungsloses Grundeinkommen, gerechtere Verteilung des (Zeit)kapitals und die Forderung nach besserer Kontrolle der Großbanken.

Will Salas (Justin Timberlake) kommt aus der unteren Schicht und lebt im sogenannten Ghetto, einer Zeitzone, in der man schon für ein paar Minuten ausgeraubt werden kann und für jede Lebensminute schwer gearbeitet werden muss. Seine Robin Hood-Ader lässt ihn die wenige Zeit, die er hat, trotzdem immer mit anderen teilen. Er beschließt die oberen Zehntausend zu bestehlen, um eine sozialere Verteilung zu organisieren und dem ungerechten Sterben ein Ende zu bereiten. Der Film ist gespickt mit Film und Philosophie-Zitaten – das  Bonnie und Clyde-Thema kommt genauso vor, wie Anspielungen auf Romeo und Julia, Lola rennt, Metropolis und vielen anderen Meilensteinen der Film- und Theatergeschichte.

in time - justin timberlake, amanda seyfried

Stillstand ist der Tod… Justin Timberlake und Amanda Seyfried in „In Time“, 2011  FOTO:  20th Century Fox

Das Heuschrecken-System des Kapitals bricht zusammen, als Will Salas Teilen, Verzicht und Humanität vorlebt, sogar einem „Timekeeper“ (Cillian Murphy), der eigentlich sein erbitterter Gegenspieler ist- Lebenszeit schenkt. Als auch das nicht hilft, Menschlichkeit in die Beamtenhirne zu pflanzen, muss er halt auch einige Verteidiger des alten Systems „nullen“- im Namen der Menschlichkeit, versteht sich… .

Das Sänger Justin Timberlake hier den Part des Protagonisten übernimmt, tut dem Film keinen Abbruch, wenn man sich allerdings vor Augen führt, dass Popmusiker Timberlake selbst zu den Spitzenverdienern des Showbusiness gehört, kann man nur hoffen, dass dieser auch nur einen Bruchteil der sozialen Empathie seiner Figur besitzt.                                                                  FVT 11

Zur Filmhomepage                „In Time“ auf IMDB                 Facebookseite des Films

„In Time- Deine Zeit läuft ab“, USA 2011, 20th Century Fox;  mit Justin Timberlake, Amanda Seyfried, Cillian Murphy, u.a. (KINOSTART: 01.12.2011)