Archiv der Kategorie: Interview

Wulffs Anruf bei Diekmann im Wortlaut

Bundespräsident Christian Wulff setzt Jounalisten unter Druck und droht mit strafrechtlichen Konsequenzen bei Veröffentlichung über Unregelmäßigkeiten bei der Kreditvergabe für dessen Einfamilienhaus. Ausgerechnet der aufrichtige und ehrenwerte Chefredakteur der BILD wurde Opfer unseres kreditwürdigen Präsidenten.
Auf der Mailbox von Kai Diekmann findet sich ein Drohanruf vom Präsidenten.

Hier nun der genaue Wortlaut des relativ einseitigen Telefonats:

„Äh…Hallo? Ich wollte dir mal eins sagen, du Redakteur für Schwachsinnige!
Der Rubi … sei ruhig, Betty…! Also, äh der Rubikwürfel ist gefallen… Quatsch-  der Rubikon ist jetzt eindeutig überschritten!
Wenn du Krieg willst, müssen wir drüber reden, wie der äh… Krieg zu führen ist, das machen Kriegsführer nämlich immer so!
Und weißt du was, Kai?! Wenn ihr schreibt, dass mit meinem Kredit was nicht stimmt, muss ich brechen… ähm dann kommt es zum endgültigen Bruch zwischen uns! Zum Schnitt! Das ist noch besser!
Das Band zwischen uns ist dann zerschnitten!
Außerdem wird das auch strafrechtliche Konsequenzen haben- schließlich bin ich immer noch der Präsi!
Warum sagst du eigentlich nichts, du Hund?! Ach so äh ja … Scheiße!
Wir waren immer nett zu dir! Die äh… Dings hat dir damals im Artemis sogar für umsonst… äh… aber das nächste Mal blase ich dir den Marsch, du Pfeifendeckel!
Pressefreiheit gilt nämlich nur für die richtige Presse, du ABC-Schütze!
Am Ende kommt ihr noch auf die Idee, zu behaupten, dass ich bei der gescheiterten Übernahme als Aufsichtsrat mehr wußte, als ich gesagt hab! Haha, da müßte ich ja 1,8 Milliarden Schadensersatz zahlen, soviel kann ich mir nicht leihen!
Ihr wollt meinen Rücktritt?! Gerne! Ich trete gerne zurück, aber mit Stahlkappen, mein Freund, mit Stahlkappen!
Oh, ach so äh… ich möchte mich für den Ton und die Drohungen in aller Form entschuldigen. Sorry, ja?! Wieder lieb?“
Im Hintergrund hört man Bettina schluchzen und in eine Gucci-Tasche schneuzen. #                                                                               Satire f vt

„Ein Tick anders“ Jasna Fritzi Bauer im Interview mit Fitz van Thom + Legaler Stream

feuersalamander

„Ein Tick anders“ umsonst, legal, entspannt auf spiegel.tv sehen>>

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FOTO: Stefan Klüter

 

Die 1989 in Wiesbaden geborene Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer spielt in der Kinokomödie „Ein Tick anders“ ein, am Tourette-Syndrom leidendes, Mädchen im  Teenageralter. Die junge Bauer überzeugt unter der Regie des genial einfühlsamen Regisseurs Andi Rogenhagen mit ihrem tragisch-komischem Spiel, dass sie genau ins richtige Maß setzt. Durch- man möchte sie, ihrer frischen, energiegeladenen Art wegen, einfach nur „Fritzi“ nennen-  durch Fritzi beleuchtet der Film die isolierende Krankheit von der eher heiteren Seite , ohne dabei seicht zu wirken oder gar respektlos mit der Erkrankung umzugehen. Viele Leute, die über diesen Film herzlich lachen können, wären bei einer echten Begegnung mit einem Tourette-Patienten- wahrscheinlich aufs Heftigste geschockt und erschüttert, deshalb ist es Fritzi Bauer auch sehr wichtig für das Verständnis des Krankheitsbildes zu werben und das tut man am besten mit Humor.

Schauspielkollege Fitz van Thom hat ihr einige Fragen zum Film „Ein Tick anders“ gestellt: Fritzi, wie lange übst du deinen Beruf schon aus? Ich arbeite in dem Beruf jetzt schon seit 7 Jahren. Habe allerdings die ersten Jahre Musicals gespielt und bin dann umgestiegen auf Schauspiel und Film.
Wo fühlst du dich wohler, auf der Bühne oder vor der Kamera? Das ist schwer zu sagen. Beides hat Vor- und Nachteile. Aber ich glaube, ich bin genauso gerne auf der Bühne, wie ich vor der Kamera stehe.
Was war das allerschönste Erlebnis in deinem Beruf? Hmm… es gibt so viele schöne Erlebnisse, die schönsten Erlebnisse sind für mich, wenn man mit tollen Kollegen gemeinsam etwas entwickeln und schaffen kann und Spaß dabei hat. Und das ist bei mir Momentan zum Glück oft so!
Was war hingegen das allerschlimmste Erlebnis im Beruf? Schlimmes gibt es auch viel…
Würdest du Andere ermutigen, den Schauspielberuf zu ergreifen? Schwierig. Viele Leute haben eine falsche Vorstellung vom Beruf des Schauspielers. Die sehen den „Ruhm“ und den „Glamour“ und die Filme aus Amerika oder auch aus Deutschland. Man denkt; Mensch so ein Schauspieler hat bestimmt ein Leben im Saus und Braus. So wird einem das ja auch durch etliche Magazine und Sendungen vermittelt. Aber so ist das eben nicht. Vor allem am Theater. Man verdient wenig Geld, man arbeitet die meiste Zeit 7 Tage die Woche und hat wenig Zeit für anderes. Auch beim Film sieht es nicht viel prächtiger aus. Also würde ich Andere nur bedingt ermutigen, diesen Job zu ergreifen.
Im Film „Ein Tick anders“ spielst du eine Tourette-Patientin – hat des Spaß gemacht, die ganze Zeit nicht darauf achten zu müssen, was einem aus dem Gehirn fällt? Das Spielen hat sehr viel Spaß gemacht, aber ganz so einfach war’s dann doch nicht.  Die Sätze sind fast immer genau nach Drehbuch gesprochen in dem Film. Also fiel das alles leider nicht ganz so einfach aus dem Gehirn…
Also, kein „Laufenlassen“ und einfach freiquatschen?                            Alle Wörter die in dem Film so fallen, stammen tatsächlich aus dem Drehbuch.
War es leicht, nach Drehschluss nicht mehr „Fotze“ oder „Arschloch“ an jeden Satz dranzuhängen? Ich muss sagen, es war wirklich einfach.  Ja, weil ich in diesem Fall ja eine Rolle spiele und diese Krankheit gehört zur Rolle und die ist nach Drehschluss ja auch nicht mehr da und mit ihr auch alles was sie ausmacht.
Denkt man während des Entstehungsprozesses auch ab und zu an die dunklen Seiten der Krankheit Tourette? Ständig. Wenn man sich ein paar Monate lang mit dem Thema beschäftigt und immer mehr Informationen zu der Krankheit bekommt, fragt man sich oft, wie das sein muss, so eine Krankheit zu haben. Vorstellen kann ich mir das immer noch gar nicht. Ich habe mit meiner Arbeit einen kleinen Einblick in das Tourette-Syndrom bekommen, aber nachempfinden kann ich nicht  wirklich, wie es ist mit dieser Krankheit zu leben…
Woran arbeitest du im Moment? Momentan befinde ich mich in den Dreharbeiten zum Kinofilm „Barbara“, in dem Christian Petzold Regie führt und ich an der Seite von Nina Hoss und Ronald Zehrfeld spielen darf. Dazu arbeite ich Momentan noch an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin als Gast in zwei Theaterstücken und probiere gerade „Die Nibelungen“ von Hebbel mit  Kollegen- ein eigenes Projekt, welches wir zusammen auf die Beine stellen und in verschiedenen Theatern aufführen werden.
Dafür wünsche ich alles Gute und weiterhin viel Erfolg- und ich finde, du hast einen guten Job gemacht!                                                        Danke für die Blumen!  #

Fitzi vs. Fritzi

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„Ein Tick anders“ D 2011, P: Wüste-Film, R: Andi Rogenhagen, D: Jasna Fritzi Bauer,Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs, Traute Hoess, Falk Rockstroh, Stefan Lampadius, Jürgen Rißmann, Nora Tschirner, Das Bo u.a. Film-Homepage      Jasna Fritzi Bauer-Homepage      Tourette.de „Für Elise“ ARTIKEL auf ZEIT ONLINE lesen>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Marlaine aka Haike B. im Interview

(ESSEN) Die Schauspielerin, Sängerin und Stuntfrau Haike Bodden aka Marlaine überlebte am vergangenen Samstag nur knapp einen schweren Unfall. Während der „Crazy Action Stunt Show“ im Movie Park Germany war sie wegen eines Problems mit einem Sicherheitsseil zwölf Meter Richtung Asphalt gestürzt und brach sich beim Aufprall mehrere Knochen. Derzeit werden ihre Verletzungen noch im Klinikum Essen behandelt, aber Marlaine blickt schon wieder vollkommen optimistisch in die Zukunft.
Fitz van Thom sprach mit seiner Kollegin im Krankenhaus.

Wie lange übst du deine Berufe schon aus?                      
Seit meinem Studienbeginn vor 6 Jahren.

Was ist im allgemeinen das Schönste an deinem Beruf?
Gute Frage, ich denke, mit dem Körper – ob nun durch Gesang, Tanz oder Schauspiel seine Emotionen rauszulassen und Menschen damit zu berühren…. Auf der Bühne ist alles erlaubt, was im „normalen“ Leben „weird“ ist – du kannst und musst sogar die Sau rauslassen – das ist immer wieder neu und total befreiend. Und man „spielt“ tatsächlich -auch miteinander, ein Vergnügen auf das viele als Erwachsene leider verzichten.

FOTO: Marlaine

Was war das allerschönste Erlebnis in deinem Beruf?
Ein spontaner Gesangsauftritt auf einem Beachhandballturnier in Leverkusen; eternal Flame, den ersten Satz gesungen und die ganze Halle war wie elektrisiert! Unglaublich, diese Stimmung und überwältigende Begeisterung! Das werde ich nie vergessen!

Was war das allerschlimmste Erlebnis in deinem Beruf?
Der letzte Samstag! Mein Absturz! Also sowas möchte ich auf keinen Fall nochmal erleben!

Was war passiert?
Ich sollte an einem Rollschlitten hängend, über ein Drahtseil von einem Haus zum anderen schwingen. Slide for Life bzw Flying Fox nennt man das. Eigentlich einer der einfacheren Stunts, also hatte ich nie Angst dabei. Doch plötzlich hat sich das Sicherungskabel in den Rollen verfangen und diese erst verlangsamt, dann aber vollständig blockiert. Ich hing fest!

War dir, als du da oben hingst, klar, das dein Absturz unausweichlich bevor steht oder hast du noch auf ein Wunder gehofft?

Nein ich dachte erst, dass ich mich lange genug festhalten könnte bis das Problem behoben wäre. Dann geriet ich in Panik, aber mein Kollege Aidan rief mir zu: „Don’t cry!“ und da bin ich dann irgendwie ganz ruhig geworden. Hab mich ganz ruhig aufs Festhalten konzentriert und mich irgendwie auch völlig auf meine Kollegen verlassen, ich hörte Aidan die Kommandos schreien, ich sah Ocean mit den Matten hantieren….

Marlaine hatte riesengroßes Glück. FOTO: Haike Bodden

Als du gesehen hast, das dein Kollege und Lebensretter Ocean deinen Aufprall vorbereitete, was ging dir da durch den Kopf?
Wie gesagt, meine Gedanken waren hauptsächlich im Stil von:  „Okay, die Jungs regeln das schon irgendwie…! Meine Jungs sind Helden, my guys are heros!“

Es war eine „overgave aan de situatie“, etwas, dass ich eigentlich öfter im Leben mache… wenn auch sonst im positiveren Sinne. Mir war irgendwie klar, dass ich der Situation ausgeliefert bin und selber nicht viel ausrichten kann… So hab ich mich der Situation „hingegeben“ und mich drauf verlassen, dass es irgendwie alles „gelöst“ wird.

Doch dann begann ich allmählich abzurutschen…

Ich weiss noch, dass mich das total überrascht hat und ich dachte: „Im Film haben die doch in solchen Situationen immer noch auf einmal Kraft von irgendwoher, um sich dann doch nochmal hochzuhangeln, wieso geht das jetzt nicht?“ und dann brach die volle Panik in mir aus und ich hörte mich meine Jungs anschreien, dass sie JETZT etwas tun müssten, weil ich mich nicht mehr lange halten könne…

Dann rutschte ich vollends ab, habe noch versucht mich höher am Griff festzuhalten aber das war ein Griff ins Leere – das hat mich vor allem überrascht!

Gedanken wie: “ Jetzt sterbe ich!“ oder dass mein Leben wie ein Film an mir vorbei zieht, habe ich nicht gehabt. Oder zumindest kann ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dran erinnern.
Ich erinnere mich nur an die erste Millisekunde von meinem Absturz…
                                                                                                                                                                                 
Dieses Video zeigt den Absturz der Stuntfrau, wenn Sie dieses aus nachvollziehbaren Gründen nicht sehen möchten, scrollen Sie einfach weiter nach unten und lesen die Fortsetzung des Interviews…

             

Wann bist du wieder zu dir gekommen?                          
Als ich auf dem Boden lag, irgendwelche Sanitäter an mir rumfummelten…
Ich glaub ich habe ziemlich rumgebrüllt, wegen der Schmerzen, dann aber Bernd und Aidan gesehen, die beruhigend auf mich eingeredet haben und das hat mir Kraft gegeben.                                                      

Würdest du genau diesen Stunt noch einmal machen- also jetzt nicht gleich morgen, aber zu einem späteren Zeitpunkt?      
Ich denke, das muss nicht unbedingt sein.
Obwohl ich glaube, dass ich es könnte, wenn ich wirklich müsste- aber man sollte vielleicht auch sein Schicksal nicht unbedingt herausfordern…          

Wachst du manchmal nachts auf, weil du vom Fall träumst?                              
Bis jetzt noch nicht- ich wundere mich sowieso dass ich diesen Unfall so gut wegstecke.
Vielleicht kommt der grosse Schlag und das grosse Geheule ja später noch, aber bisher bin ich vor allem erleichtert und dankbar dass es „nur“ die Arme sind und blicke total positiv in die Zukunft.                                             

Was siehst du in dieser Zukunft?
Ich möchte mich jetzt auf meine Gesangskarriere konzentrieren und hoffe natürlich, damit Erfolg zu haben- drückt mir die Daumen! Viva la vida!


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